newsletter 08/2010
Unsere Themen:
1. oekom Services
- Emissionshandel: Ab 2013 muss Ernst gemacht werden
2. Responsibility Rating
- Nachhaltigkeit in der Branche ,Financials / Public & Regional Banks': Nachholbedarf
- Entwicklungsbanken: sozialer und ökologischer Nutzen durch nachhaltige Kreditvergabe
3. Markt
- Publikumsfonds im deutschsprachigen Raum: Angebot im ersten Halbjahr 2010 gestiegen
- Launch des ersten chinesischen Nachhaltigkeitsindex
4. Studien/Publikationen
- Privatanleger legen zunehmend nachhaltig an
- Nachhaltigkeit bleibt trotz Krise auf der Agenda
5. Literaturtipps
- Sammelband zur Unternehmensverantwortung in Theorie und Praxis
6. Veranstaltungen
- ESG Europe 2010
- Jubiläumsfeier von CRIC: Ethisches Investment - Chancen, Trends und Perspektiven
- Grünes Geld Freiburg
- TBLI Conference™
1. oekom Services
Emissionshandel: Ab 2013 muss Ernst gemacht werden
Seit 2005 wird in Europa das Treibhausgas CO2 gehandelt. Industrieanlagen aus zahlreichen Branchen müssen seitdem für jede ausgestoßene Tonne CO2 Emissionsrechte vorweisen. Die Erwartungen an den Emissionshandel, einen maßgeblichen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele zu leisten, waren und sind hoch. Bei weitem nicht alle wurden bisher erfüllt, wie ein aktuelles Positionspapier von oekom research zum Emissionshandel aufzeigt. „Das große Volumen der ausgegebenen Emissionsrechte hat zu sehr niedrigen CO2-Preisen und damit falschen Marktsignalen geführt. Außerdem sind zahlreiche Branchen und Treibhausgase nicht in das EU ETS eingebunden“, erklärt Kristina Rüter, Research Director bei oekom research, die Kritikpunkte.
Angesichts des rapide fortschreitenden Klimawandels besteht dringender Handlungsbedarf. „Spätestens 2013 muss im Emissionshandel Ernst gemacht werden“, sagt Rüter. Für die dritte Handelsperiode des EU ETS von 2013 bis 2020 hat die EU Kommission Nachbesserungen zur Mängelbeseitigung angekündigt. Dazu zählen unter anderem die Ausweitung auf weitere Treibhausgase, die Einbeziehung zusätzlicher Branchen sowie eine stärkere Auktionierung der Emissionsrechte. Ein weiterer Fokus liegt auf der sukzessiven Verringerung des Volumens ausgegebener Zertifikate über die gesamte Laufzeit hinweg.
Das oekom Position Paper Emissionshandel steht zum Download zur Verfügung unter:
www.oekom-research.com/index.php?content=pressemitteilung_18082010
2. Responsibility Rating
Nachhaltigkeit in der Branche ,Financials / Public & Regional Banks': Nachholbedarf
oekom research hat in der aktuellen Branchenanalyse das soziale und ökologische Engagement von 37 Sparkassen, Genossenschafts-, Landes- und Regionalbanken untersucht. Auf einer Skala von A+ (Bestnote) bis D- erreichte die Co-operative Bank (UK) als bestes Unternehmen ein B, gefolgt von der Bank Coop (CH) und der Landesbank Baden-Württemberg (DE), beide mit der Note C.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Banken ihre Verantwortung und Möglichkeiten in Bezug auf soziale und ökologische Problemstellungen erkannt haben. Viele der Unternehmen verfügen über nachhaltige Anlageprodukte in der Vermögensverwaltung, zeigen gute Leistungen im Umgang mit ihren Mitarbeiter oder stellen Kapital für Projekte und Unternehmen mit hoher sozialer Wirkung bereit. Auch hat sich die Mehrzahl der bewerteten Banken bereits mit Themen wie Umweltmanagement, Klimawandel oder der Erfassung von Materialströmen auseinander gesetzt. „Die bisherigen Anstrengungen können durchaus positiv bewertet werden“, fasst Anja Löffler, branchenverantwortliche Analystin bei oekom research, die Ergebnisse zusammen. „Dennoch bleibt die Branche nach wie vor weit hinter ihren Möglichkeiten zurück“. Nachholbedarf sieht Löffler insbesondere bei der Integration von ökologischen und sozialen Aspekten in die Kreditvergabe und in die eigene Kapitalanlage, ebenso im Bereich der Kunden- und Produktverantwortung.
Der englischsprachige „oekom Industry Report Financials / Public & Regional Banks“ legt die Ergebnisse aller analysierten Unternehmen offen und ermöglicht damit aktuelle und umfassende Einblicke in die Aktivitäten der Branche. Er ist bei oekom research zum Preis von 3.990,- Euro erhältlich. Eine kostenfreie Zusammenfassung liegt ebenfalls vor.
Kontakt: Ines Markmiller, oekom research, Tel: +49/(0)89/544184-60, E-Mail: markmiller@oekom-research.com
Entwicklungsbanken: sozialer und ökologischer Nutzen durch nachhaltige Kreditvergabe
Neben der Branche „Financials / Public & Regional Banks“ hat oekom research aktuell auch die Entwicklungsbanken hinsichtlich ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung untersucht. Von den 21 analysierten Entwicklungsbanken erreichte auf einer Skala von A+ (Bestnote) bis D- die European Bank for Reconstruction and Development (EBRD) die beste Beurteilung mit einem B-, gefolgt von der International Bank for Reconstruction and Development (IBRD) und der European Investment Bank (EIB) (beide ebenfalls B-).
„Positive Ansätze beobachten wir vor allem in den Bereichen Mikrokredite, Wohnraumförderung, Bildungsfinanzierung, Existenzgründung und erneuerbare Energien“, erläutert Dietrich Wild, Research Director und branchenverantwortlicher Analyst bei oekom research. Den damit in Verbindung stehenden gesellschaftlichen und ökologischen Nutzen sollten die Entwicklungsbanken zielgerichtet erweitern. Aufgrund ihrer wichtigen Rolle in der Infrastruktur- und Entwicklungsfinanzierung sind die Banken in der Pflicht, globalen Herausforderungen wie Armut, Klimawandel und der fortschreitenden Bedrohung der natürlichen Lebensgrundlagen zu begegnen. Dabei kommt es darauf an, Priorität auf die Finanzierung besonders wirksamer und zukunftsträchtiger Projekte zu legen. Gleichzeitig sind umfassende sektorspezifische Standards für die Kreditvergabe notwendig, um darin einerseits weit reichende Nachhaltigkeitsvorgaben festzuschreiben und andererseits klare Ausschlussbereiche zu definieren. Gerade in diesem Bereich besteht noch ein branchenweites Defizit.
Der englischsprachige „oekom Industry Report Financials / Development Banks“ ist ebenfalls bei oekom research zum Preis von 3.990,- Euro erhältlich. Eine kostenfreie Zusammenfassung liegt ebenfalls vor.
Kontakt: Ines Markmiller, oekom research, Tel: +49/(0)89/544184-60, E-Mail: markmiller@oekom-research.com
3. Markt
Publikumsfonds im deutschsprachigen Raum: Angebot im ersten Halbjahr 2010 gestiegen
Am 30.06.2010 waren nach Informationen des Sustainable Business Institute (SBI) insgesamt 340 nachhaltige Publikumsfonds in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Vertrieb zugelassen. Die 340 Fonds waren zum 30.06.2010 mit rund 30 Mililiarden Euro investiert. Damit hat sich das Wachstum der Anzahl der nachhaltigen Publikumsfonds auch im zweiten Quartal 2010 fortgesetzt. Ende 2009 registrierte das SBI 313 Fonds.
Elf Fonds mit einem Volumen von ca. 240 Millionen Euro sind im ersten Halbjahr 2010 neu aufgelegt worden: zwei Aktien-, sechs Misch-, zwei Renten-, und ein Mikrofinanzfonds. Darüber hinaus sind gegenüber Ende 2009 23 Fonds mit einem Volumen von ca. 1,2 Milliarden Euro hinzugekommen, die entweder bereits in anderen Ländern zugelassen waren oder neuerdings Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen. Sieben Fonds wurden seit Beginn des Jahres geschlossen oder mit anderen Fonds zusammengelegt.
Weitere Informationen zu den Fonds und ihrer Performance finden Sie auf der Plattform www.nachhaltiges-investment.org des SBI.
Kontakt: Dr. Paschen v. Flotow, Sustainable Business Institute (SBI), European Business School, Tel: +49/(0)6723/99630, E-Mail: mailbox@instoec.de
Eine Darstellung der Entwicklung von Anzahl und Volumen über die Zeit finden Sie unter:
www.oekom-research.com/index.php?content=marktdaten
Launch des ersten chinesischen Nachhaltigkeitsindex
Die Hang Seng Indexes Company, Betreiber von Chinas führendem Aktienindex Hang Seng, hat mit der „Hang Seng Corporate Sustainability Index Series“ die erste Indexreihe im Bereich Nachhaltigkeit aufgelegt, die sich ausschließlich auf Hongkong und das chinesische Festland konzentriert. Ziel der neuen Indexreihe ist es, das Bewusstsein für unternehmerische Verantwortung zu erhöhen und dem steigenden internationalen Interesse in nachhaltige Investments gerecht zu werden.
Die Corporate Sustainability Indexreihe besteht aus drei Indizes: Der Hang Seng Corporate Sustainability Index mit dem Zusatz HK Index umfasst 30 an der Hong Konger Börse gelistete Unternehmen. Der zweite Index, der unter dem Zusatz Mainland oder China A geführt wird, umfasst 15 auf dem Festland gelistete Unternehmen. Beide Unterindizes zusammen ergeben den dritten der Indizes, den Hang Seng Corporate Sustainability Index. Die Anzahl der darin enthaltenen Unternehmen ist variabel, zum Start Ende Juli 2010 umfasste der Index 39 chinesische Unternehmen.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.hsi.com.hk/HSI-Net/static/revamp/contents/en/news/pressRelease/20100707e.pdf
4. Studien/Publikationen
Privatanleger legen zunehmend nachhaltig an
Immer mehr Privatanleger investieren in nachhaltige Geldanlagen. Dies stellt die DZ Bank in ihrem aktuellen Anlegerindikator fest, für den rund 1.100 Anleger in Deutschland befragt wurden. So ist die Anzahl der Anleger, die ihr Geld bereits nach ökologischen Nachhaltigkeitskriterien angelegt haben, von 22 Prozent in 2009 auf 29 Prozent gestiegen. Dabei gaben rund zwei Drittel der Investoren, die sich für Öko-Investments interessieren, an, ökologische Geldanlagen kämen für sie auch in Frage, „wenn sie eine niedrigere Rendite bringen als andere Geldanlagen“. In den Befragungen aus den beiden Vorjahren hatte dagegen nur etwas mehr als die Hälfte diese Meinung vertreten.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.dzbank.de/unternehmen/index.jsp;jsessionid=0000_Kq0fXP1D6VCKGY1GP-1wuP:10f7p74t7?path=/dz3_presse_1132.html
Nachhaltigkeit bleibt trotz Krise auf der Agenda
Trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise befassen sich Deutschlands Unternehmen weiter mit Nachhaltigkeitsthemen. Das zeigt das „Corporate Sustainability Barometer“ von PricewaterhouseCoopers (PwC) und dem Centre for Sustainability Management (CSM) der Leuphana Universität Lüneburg. „Nachhaltigkeit ist im Mainstream angekommen, Unternehmen aller Größen und Branchen beschäftigen sich intensiv mit dem Thema“, diagnostizieren die Autoren der Studie, die auf Antworten aus Unternehmen sämtlicher Branchen und unterschiedlicher Größe mit Sitz in Deutschland fußt.
Als „Wermutstropfen“ werten die Nachhaltigkeitsexperten von PwC und der Leuphana Universität allerdings, dass die Unternehmen überwiegend lediglich auf Anforderungen einer zunehmend kritischen Öffentlichkeit reagieren. Kaum ein Unternehmen nutzt Nachhaltigkeitsthemen und -aktivitäten, um sich damit aktiv im Markt zu positionieren und um Wettbewerbsvorteile zu erzielen.
„Das Potenzial, das beispielsweise ein ernst gemeinter und wahrhaftiger Dialog mit Stakeholdern bietet, bleibt häufig ungenutzt“, kritisiert PwC-Nachhaltigkeitsexperte Michael Werner. Als eine der Ursachen wird vermutet, dass die Abteilungen für Controlling und Rechnungswesen kaum Nachhaltigkeitsthemen bearbeiten. Nicht selten fehlen deshalb wichtige Impulse und Entscheidungsgrundlagen in Zahlenform für das Management.
Das „Corporate Sustainability Barometer“ kann kostenfrei bestellt werden unter:
www.pwc.de
5. Literaturtipps
Sammelband zur Unternehmensverantwortung in Theorie und Praxis
In dem neuen Sammelband „Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen – Von der Idee der Corporate Social Responsibility zur erfolgreichen Umsetzung“ greifen die Herausgeber Arnd Hardtke und Annette Kleinfeld die zentralen Themen des CSR-Gedankens auf, stellen konkrete Umsetzungsvorschläge vor und geben einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen. Insbesondere Leser aus dem unternehmerischen Mittelstand erfahren, wie sie gesellschaftliche Verantwortung wirkungsvoll und effizient in ihrem unternehmerischen Alltag umsetzen können. Best-Practice-Beispiele zeigen zukunftsweisende Lösungsansätze und Erfolgskonzepte.
Arnd Hardtke / Annette Kleinfeld (Hrsg.) (2010): Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen – Von der Idee der Corporate Social Responsibility zur erfolgreichen Umsetzung; Gabler Verlag; ISBN: 978-3-8349-0806-3; Preis: 49,95 Euro
6. Veranstaltungen
ESG Europe 2010
Die Konferenz ESG Europe 2010, die am 13. Oktober 2010 in Amsterdam stattfindet, hat das Ziel, die Lücke zwischen ESG-Ansprüchen von Investoren und der CSR-Berichterstattung von Unternehmen zu schließen. Die Konferenz bringt Investoren und Unternehmensvertreter zusammen, um unter anderem zu diskutieren, wie Best Practice Grundsätze für die Berichterstattung und für das „Engagement“ der Investoren aussehen könnten.
Weitere Informationen finden Sie unter:
http://guest.cvent.com/EVENTS/Info/Summary.aspx?e=3265168b-d825-4b43-a5df-59146c48f93c
Jubiläumsfeier von CRIC: Ethisches Investment - Chancen, Trends und Perspektiven
Die Investorengemeinschaft CRIC feiert in diesem Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass lädt CRIC zu einer Veranstaltung am 20. Oktober 2010 nach Frankfurt ein. Themen sind die Nachhaltigkeit am Finanzmarkt und die Zukunft des ethischen Investments. In zwei Podiumsdiskussionen kommen ausgewählte Expertinnen und Experten zur Wort.
Anmeldung per Email an:
Dr. Klaus Gabriel, k.gabriel@cric-online.org
Grünes Geld Freiburg
„Was passiert eigentlich mit meinem Geld?“ Nicht erst seit der letzten Finanzkrise stellen sich immer mehr Anleger diese Frage. Die Verbraucherausstellung „Grünes Geld Freiburg“ am 23. Oktober 2010 in Freiburg zeigt Alternativen zu herkömmlichen Anlageprodukten und Banken auf und bringt den Besuchern die Anbieter nachhaltiger Finanzprodukte näher: mit einer Ausstellung und zahlreichen Vorträgen. Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.gruenes-geld.de
TBLI Conference™
Die jährlich in Asien und Europa organisierte TBLI Conference™ gilt als eine der größten und wichtigsten Veranstaltungen im Bereich SRI. Finanzexperten, Unternehmensvertreter, Wissenschaftler und Nichtregierungsorganisationen diskutieren aktuelle Trends des nachhaltigen Investments. Das europäische Event findet in diesem Jahr vom 11. bis 12. November 2010 in London statt und hat das Thema: „Values and Leadership in Finance“.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.tbli.org



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